Zu Beginn des 19. Jahrhunderts (1803) kam Fürst Paul Esterhazy nicht ganz zufällig auf die Idee, das säuerliche Nass aus der Sauerbrunner Quelle zu fassen, das in der Region als heilendes Wasser bekannt war. Der eisenhältige Säuerling ein bewährtes Mittel gegen Nierensteine: Trinkkuren heilen oder lindern Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege.
Mit dem Bau der Ödenburger Bahnlinie im Jahr 1847 entstand der erste wirtschaftliche Aufschwung und die Verbindung der Garnisonstädte Wr. Neustadt und Ödenburg (Sopron). Bad Sauerbrunn war in seiner Entstehungszeit größtenteils Sommerwohnsitz der Adelskreise von Wien und Budapest. Um 1890 wurden sehr viele Villen errichtet, die heute noch zum Teil das Ortsbild prägen.
Bad Sauerbrunn wurde im Jahr 1909
selbständige Gemeinde. Das Hottergebiet (235 ha) wurde von den Gemeinden Pöttsching, Wiesen und Neudörfl gebildet und liegt auf 290 m Seehöhe.
Bis das deutschsprachige Westungarn (Burgenland) 1921 zu Österreich kam, hieß Sauerbrunn Savanyúkút als Teil von Ungarn. Zwischen den beiden Weltkriegen erreichte Sauerbrunn große Beliebtheit als Sommerfrischekurort bei den angesehenen und wohlhabenden Wiener Bürgern, insbesondere erfreute sich der Ort bei den jüdischen Bevölkerung Wiens großen Zuspruch. Ohne die vielen jüdischen Sommerfrischler der Zwischenkriegszeit, aber auch ohne die ansässige jüdische Gemeinde des Kurorts wäre Sauerbrunn wohl nicht das, was es heute ist.
Der erste Weltkrieg
unterbrach die hoffnungsvolle Entwicklung und zerstörte die Exklusivität von Sauerbrunn.
Der Kurort Sauerbrunn wurde die erste provisorische Landeshauptsstadt des jüngsten österreichischen Bundeslandes. Am 30. April 1925 wurde dann Eisenstadt zum Sitz der Landesregierung gemacht.
Nach Beginn des zweiten Weltkrieges veränderte sich das Ortsbild schlagartig. Tägliche Bombardierung versetzte die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Am Ostersonntag (1. April) 1945 zogen russische Truppen kampflos in Sauerbrunn ein. In der Hartigvilla war auch die letzte Station des Soldatensenders Belgrad, der mit seinem Lied "Lili Marleen" berühmt wurde.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs war vom schönen alten Sauerbrunn nicht mehr viel übrig. Als 1955 die russische Besatzungsmacht abzog, standen die Sauerbrunner vor den Ruinen ihres einstigen "Vorzeigekurorts". Die demolierten Villen fanden nach und nach wieder Besitzer, die sie liebevoll im Stil der Jahrhundertwende restaurierten.
Der artesische Säuerling kommt aus der gemeindeeigenen Heilquelle in 86 m Tiefe, die durch eine Bohrung am 8. Dezember 1967 erschlossen wurde. Seit den Achtzigerjahren heißt der Ort "Bad Sauerbrunn". Nach der Neuerrichtung des Kurmittelhauses am 24. Mai 1985 wurde der Kurbetrieb wieder aufgenommen. Das Therapieangebot und die Gesundheitsvorsorge wurde stetig erweitert und für den anspruchsvollen Gast ein 4-Sterne Hotel, das "Haus Esterhazy" errichtet.