Zur Geschichte:
Um das Jahr 1870 gelangten die ersten Pflanzen der Ananas-Erdbeere (=Gartenerdbeere = Fragaria ananassa) und die von ihr fort gezüchteten Monatserdbeere, über Deutschland durch Hans Wolf und Hans Eckhardt nach Wiesen. In den Folgejahren kümmerten sich laut Gemeindechronik mehrere Mitbürger um die Pflege und Sortenwahl der "Königin der Beeren". Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse und ist über die ganze gemäßigte Klima-Zone der Erde verbreitet.
Unter Johann Földes, er war Volkschul-Direktor des Ortes, kam es 1912 zur Errichtung einer staatlichen Erdbeerversuchsanstalt in der Ortsmitte von Wiesen. Sie bestand bis 1922.
Die Sommerpflanzung (Jungpflanzen) erfolgt im Juli/August; im Frühjahr muss das Unkraut gejätet werden, während der Blütezeit wird Stroh eingestreut, das verhindert die übermäßige Verschmutzung der Beeren. Die Ernte beginnt Ende Mai und dauert den ganzen Juni an. Danach müssen Ranken (abspindeln) und auch das Stroh wieder entfernt werden. Nur wenn man Jungpflanzen gewinnen will, belässt man die Ranken, sie schwächen den Mutterstock. Von November bis März ist die Arbeit auf dem Feld eingestellt.
Heute werden folgende Sorten am häufigsten in Wiesen angebaut: Clery, Dasilect und Valeta. Die Vermarktung erfolgt in ganz Österreich, aber auch direkt am Feldrand werden die Früchte an Obststandln verkauft.
Das beliebte Obst mit dem feinen Aroma wird sowohl frisch nach der Ernte als auch verarbeitet als Saft oder Marmelade genossen. Es enthält reichlich Vitamin C, Mineralsalze, Eisen, Kalium, Magnesium. Wichtige Spurenelemente und Enzyme können den Vitalstoffmangel heutiger Zivilisationskost ausgleichen.
Frische (rohe) Erdbeeren eignen sich zur blutreinigenden Frühjahrskur; unterstützen Therapien bei Nieren-und Blasenleiden, bei Nervenschwäche und Kreislaufstörungen. Überraschende Erfolge gab es auch bei Gelenksrheumatismus, Gicht und verschiedenen Herzleiden. Blüten und Blätter der (ungespritzten) Gartenerdbeere wirken als Tee gegen Entzündungen. Manche Menschen reagieren jedoch überempfindlich - mit Hautausschlägen - auf den Genuss von Erdbeeren.
siehe: