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Hardegg

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Hardegger Geschichten

Aus Geschichten und Erzählungen entstanden im Laufe der Zeit Sagen. Sie enthalten altes, überliefertes Volksgut und erzählen von geheimnisvollen Fabelwesen, von Geistern und Feen, von Ungeheuern in Menschen- und Tiergestalt. In dieser Gegend sind vor allem Sagen um Wassergeister und Wasserfeen bekannt. Die Stadt Hardegg hat dem Besucher aber auch geschichtlich Interessantes zu bieten.

Der Reginafelsen

Der hohe Felsen gegenüber der Burg heißt im Volksmund seit langer, urdenklicher Zeit "Reginafelsen":

Auf der Burg Hardegg lebte einst ein junger Graf, der mitunter auch ein recht ausschweifendes Leben geführt haben soll. Einmal soll er Regina, ein wunderschönes Mädchen, auf die Burg gebracht haben, das aber seiner Überredungskunst widerstand. Darüber geriet der Burggraf in Wut und ließ es, weil es nicht sein Weib werden wollte, bei lebendigem Leib in einer Felsnische gegenüber der Burg einmauern. Nur ein gutes Auge erkennt heute noch in dem Felsen die Stelle.

Der Wassermann

Zu einem Fleischhauer in Z. kam seit Menschengedenken ein hagerer Greis. Niemand kannte den wortkargen, mürrischen Besucher, niemand wußte, woher er kam.

Eines Tages betastete er wie gewöhnlich mit dem ausgestreckten Finger der wachsbleichen, knochigen Hand das Fleisch. Da schlug der Meister mit dem Beile zu und trennte den Finger von der Hand. Doch aus der Wunde kamen kein Blut, sondern ein paar Tropfen trüben Wassers. "Dich krieg ich noch!", verfluchte der Alte den Fleischer. Danach wurde er nie mehr gesehen.

Eines Tages, nach einem heftigen Wolkenbruch, wollte der Meister in den Stall gehen, stolperte und fiel in eine Pfütze, aus der sich Wasser in einer mannshohen Säule hob. Das Gesinde sah deutlich die Gestalt des alten Mannes und hörte ein schauriges Lachen. Als die Leute sich näherten, fanden sie einen Ertrunkenen.
Maximilian von Mexiko

Auch Geschichte ist in Hardegg zu erleben. Wer Zeit hat, sollte die Gedenkstätte für Kaiser Maximilian von Mexiko in der Burg besuchen. Ein ehemaliger Besitzer der Burg Hardegg, Fürst Johann Carl Khevenhüller-Metsch, war ein Wegbegleiter Maximilians. Aus seinem Besitz stammen viele Erinnerungsstücke.

Mitten in den Wirren der europäischen Intervention in Mexiko, in die vor allem Frankreich ver-wickelt war, hatte Erzherzog Ferdinand Max, jüngerer Bruder Kaiser Franz Josephs 1., 1863 die Kaiserwürde von Mexiko angenommen. Nach anfänglichen Erfolgen der kaiserlichen Armeen wendete sich nach dem Rückzug der Franzosen die Lage zugunsten der von den USA unterstützten mexikanischen Republikaner. Maximilian mußte sich 1867 der republikanischen Armee ergeben und wurde am 19. Juni in Queretaro hingerichtet.

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