Das Kind wurde mit Blick nach Norden in leichter linksseitiger Hockerstellung begraben und hatte keinerlei Grabbeigaben. Die Bestattung war ungestört bis auf den unteren Unterschenkel- und Fußbereich. Die geborgenen Skelettreste wurden zur Bearbeitung und Präparation an die Mitarbeiter der Abteilung Archäologische Biologie und Anthropologie des Naturhistorischen Museums Wien übergeben. Dort wurden die fragilen Knochenreste vorsichtigst gereinigt und sorgfältig präpariert.
Nach der Zahnentwicklung
wurde das Alter des Kindes auf 3-4 Jahre bestimmt. Die Körpergröße kann mit 84 bis 94 cm angenommen werden.
Die Veränderungen am Kinderschädel deuten auf eine von aussen erfolgte Manipulation im Sinne einer künstlichen Schädeldeformation hin. Die ringförmigen, das Schädeldach umfassenden, ca. 4 cm breiten Eintiefungen bzw. Abflachungen könnten durch eine Bandagierung des kindlichen Kopfes entstanden sein. Das Alter wurde mit der sogenannten C-14-Methode auf das Jahr 315 nach Christus bestimmt.
Diese künstliche Deformation des Schädels war in der Völkerwanderung in bestimmten Gesellschaftsschichten eine oft angewandte Sitte.
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Das Gesamtbild der pathologischen Veränderungen weist auf eine Mangelkrankheit wie z.B. ein Vitamin-C-Mangel hin. Letzterer verursacht eine Immunschwäche, die bei einer zusätlichen Infektion schnell zum Tod dieses Kleindindes geführt haben kann.
Am 26. Oktober 2001 wurde dieses Kinderskelett genau an dieser Stelle wo es gefunden wurde, feierlich wiederbestattet und gleichzeitig der erste Teil des Museumsturmes eröffnet.