Zwischen dem Südufer der Donau und Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten liegt das Traisental, Österreichs ältestes und gleichzeitig jüngstes Weinbaugebiet. Ein Weinkernfund aus der frühen Bronzezeit belegt die lange Tradition. Seither prägt der Weinbau Geschichte und Landschaftsbild. Inmitten von fruchtbarem Ackerland und ausgedehnten Auwäldern erheben sich die teils winzigen Terrassenweingärten.
Der südliche Nachbar der renommierten Weinregionen Wachau, Kremstal, Kamptal und Wagram gilt bei Kennern als Geheimtipp. Während Spitzenwinzer bereits internationale Beachtung finden, sind die Heurigen noch so richtig gemütlich, die Winzerfamilien schätzen den persönlichen Kontakt zu ihren Gästen und die Preise zeigen sich ausgesprochen freundlich.
Das Traisental ist eine besonders reizvolle Region im Mostviertel, Niederösterreichs Viertel der Verführungen. Die malerische, sanft-hügelige Landschaft lädt zu genussvollen Radtouren, stimmungsvollen Picknicks in Weingärten, romantischen Kutschenfahrten oder ausgedehnten Spaziergängen ein.
Bequeme Radwege begleiten die Traisen, Wanderwege führen durch die Weinberge oder zu ausgewählten Marterln und Bildstöcken, die ganz typisch sind für das Traisental. Überall laden Heurige zur Einkehr: Die Heurigendichte ist hier übrigens die größte in Österreich.
Stift Herzogenburg mit seiner eindrucksvollen Kirche zählt zu den schönsten Werken des Barock in Österreich. Das Römertor und Ausgrabungen erinnern in Traismauer an die römische Vergangenheit. Sitzenberg-Reidling lockt mit seinem stolzen Schloss und vielfältigen Sportmöglichkeiten rund um den Schlossteich. Die Heurigen der Kellergasse Ahrenberg laden das ganze Jahr über zur Verkostung leichter, spritziger Weine ein.
Schloss Walpersdorf in Inzersdorf-Getzersdorf ist einer der wenigen Renaissance-Bauten in Niederösterreich. Dazu kommen eine Reihe liebevoll-kleiner Museen: Das Urzeitmuseum in Nußdorf, das Barockmuseum Heiligenkreuz in Gutenbrunn oder das Heimatmuseum im früheren Hungerturm vom Traismauer. Mit prachtvollen Barockhäusern, zartem Jugendstil und außergewöhnlichen Bauten moderner Architektur lockt St. Pölten. Und wer weiß schon, dass genau hier der Mittelpunkt Niederösterreichs liegt: Bei der Max-Schubert-Warte in Kapelln.
Mit 702 Hektar Anbaufläche ist das Traisental das kleinste Weinbaugebiet Niederösterreichs. Die meistangebaute Rebsorte ist der Grüne Veltliner, der rund um die Weinorte Inzersdorf-Getzersdorf, Nußdorf, Reichersdorf und Traismauer auf außergewöhnlich vielfältigen Böden gedeiht. Das Ergebnis? Eine spannende Bandbreite von typisch österreichischen Veltlinern in unterschiedlichsten Spielarten.
Auch Riesling und Trauben der Burgunderfamilie finden hier ideale Voraussetzungen. Donau und Traisen wirken als Wärmespeicher. Die Traisentaler Winzer bringen ausgezeichnete Weine mit knackiger Frucht und herzerfrischender Finesse hervor. Die führenden Betriebe erreichen höchste Qualitäten, internationale Anerkennung und zählen zu den besten Weißweinproduzenten des Landes.
Kultur, Radfahren und Wein im Traisental - wo das Leben gefeiert wird
Wegen seines milden Kleinklimas wird Nußdorf gerne das Meran des Unteren Traisentales genannt; hier wird reicher Wein- und Obstbau kultiviert. Und so finden wir zahlreiche Obstsorten. Auf den mit Löss bedeckten Hängen reifen das vom Klima gebünstigte Obst und die Rebe, die den edlen und geschätzen Tropfen hervorbringt.
Zentrum des Gebietes ist der Traisenfluss, der sich sein Flussbett mit Terrassenstufen an beiden Ufern während der Eiszeiten und Zwischeneisenzeiten "richtete". Dominierende Sorte des Gebiets ist der Grüne Veltliner, der fast zwei Drittel der Gesamtfläche beansprucht. Daneben werden auch Riesling und Müller-Thurgau sowie eine Reihe weiterer Weißweinspezialitäten kultiviert.
Wein und Sport bilden vielerorts im Traisental ein harmonisches Paar: Gerade für radbegeisterte und wanderfreudige Weinfreunde hält die friedliche Gegend ein umfangreiches Programm parat.
So finden vinophile Wanderer gerade rund um die Ortschaften am Ostrand der Traisen zahlreiche Wanderwege. Von den malerischen Weinhängen und Obstgärten aus genießt man eine herrliche Aussicht in das Traisen- und Donautal.
Traisentaler Kellergassenfeste und Hauermärkte - Institutionen, die nicht aus dem Traisental weg zu denken sind.
Wein und Geselligkeit bilden im Traisental ein unzertrennbares Paar: Als vinophile Kommunikationszentren dienen die zahlreichen urigen Buschenschenken und stilvollen Heurigenbetriebe, so Gäste und Einheimische in gemütlicher und herzlicher Stimmung gleichermaßen dem Weingenuss fröhnen - ob einfache, fruchtig-frische Schankweine oder hochklassige Qualitäts- und Prädikatsweine. Für die vinophile Untermalung des Weinjahres sorgen die zahlreichen Kellergassenfeste und Hauermärkte, die in den verschiedenen Ortschaften des Traisentals vom Frühjahr bis zum Spätherbst stattfinden.
Mittlerweile hat das Weinbaugebiet an Image und Bekanntheitsgrad enorm zugelegt.
Immer häufiger sind Weine aus der Region in den besten Restaurants des Landes zu finden, nun geht es darum auch im Fachhandel mehr Präsenz zu erlangen, um Weine der Region Flächendeckend in ganz Österreich zu erhalten.
Im Traisental wird das Weinjahr ausgiebig gefeiert
..der vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein andauernde Veranstaltungsreigen umfasst ein breites Spektrum an Events für alle Weininteressierte - vom Amateur bis zum Kenner.
Während im Frühjahr und Sommer der Wein Hauptdarsteller ist, stehen die herbstlichen Feste teils im Zeichen des süffigen, halb vergorenen Traubenmostes auch Sturm genannt. Der NÖ. Weinherbst bildet schließlich den Rahmen für das festintensive Finale des Traisentaler Weinjahrs: Von Mitte Oktober bis Mitte November lockt das Gebiet mit einer Fülle von Weinevents, Verkostungen bis hin zu Wanderungen, Besichtigungen und Weintaufen.