Es ist eines der wenigen auch größerflächig ausgeprägten Feuchtgebiete im Weinviertel.Zur ökologischen Charakterisierung wird das Gebiet aufgeteilt in
· ein flaches Sumpfgebiet (durchschnittlich ca 120 m breites Mulden-Bachtal mit dazugehörigen Gehölzen und Schilfgebieten);
· und die daran östlich angrenzende Hangzone, südlich des Ortes, die z. T. relativ steil ist und durch trocken / warme und lehmig / kalkreiche Standortbedingungen gekennzeichnet ist;
Die Großflächigkeit (rd. 35 ha, mit angrenzenden Forstparzellen rd. 40 ha) und die Kombination Feuchtgebiet/Trockenhang machen den großen
Reiz dieses Landschaftskomplexes aus.
Durch das enge Nebeneinander von zwei so unterschiedlichen Gebieten gibt es viele gefährdete, also Rote Liste-Arten (Vögel, Schmetterlinge, Heuschrecken).
Auf den Trockenhängen finden sich auch in botanischer Hinsicht interessante und schutzwürdige Standorte (Orchideengewächse).
Pranhartsberg
Der Name unseres Ortes ist auf einen Mann, mit dem Namen Praunhart (Prünhart), zurückzuführen.
Erstmals ist Pranhartsberg in den schriftlichen Quellen Anfang des 14. Jahrhunderts nachweisbar. 1318 verkauften Gottfried der Blezperger und Elspet, seine Frau, dem Pfarrer von Groß, ihre Freieigene Gülte auf Burgrechtsäcker, Weingärten und einen Krautgarten.
Der Ort war ursprünglich ein Zeilendorf, das durch die Anlage einer Häuserreihe zu einem Straßendorf umgeformt wurde. 1823 sind im Franziszäischen Kataster noch 43 Häuser und 1 Kirche verzeichnet.
Ab 1850 gab es die freie Gemeinde Pranhartsberg, die bis 1966 bestand. Im Zuge der Gemeindezusammenlegung wurde sie aufgelöst und per 1. Jänner 1967 der Marktgemeinde Sitzendorf einverleibt.
Die Ortskapelle in ihrer jetzigen Form wurde 1881 erbaut. Die Wegkapelle nach Sitzendorf wurde 1902 errichtet.
Die Kreisgräben von Pranhartsberg
Pranhartsberg wurde schon 5000 v. Chr. bewohnt, wie es Funde beweisen.
Die Kreisgräben haben einen Durchmesser von 50-180 Metern! Es waren einfache Bauern, die hier mit Holz und Knochenschaufeln tausende
Kubikmeter Erdreich bewegten. Die Kreisgrabenanlagen weisen entweder 2, meist 4, aber sogar bis zu 6 Erdbrücken als Eingänge auf und sind innen mit Holzzäunen geschützt. Hinweise auf Bauwerke, Holzhäuser oder Siedlungsgruppen aus dieser Zeit gibt es jedoch keine, weil durch Erosion und Beackerung bis zu einem Meter vom ursprünglichen Bodenniveau fehlt.
In Pranhartsberg gibt es südlich des Ortes zwei dieser Kreisgrabenanlagen: Die Anlage 1 besteht aus zwei durchgehenden Gräben mit 54 und 80 Metern Durchmesser. Die Anlage 2 ist etwas größer und weist 82 und 105 Meter maximalen Grabendurchmesser auf. Im Luftbild ist hier auch ein Nordtor erkennbar.