Ort/Stadt:

Hallstatt

Weitere Informationen - Hallstatt

Aus der Zeit um 12 000 v.Chr. stammt ein künstlich

durchbohrter Höhlenbärenknochen aus der Dachsteinrieseneishöhle, der als ältester Beweis für menschliche Anwesenheit in der Gegend um Hallstatt gilt.

Links evang. Kirche Hallstatt - Hallstatt Oberoesterreich

Bereits in der Jungsteinzeit gibt es Hinweise auf eine regelmäßige Präsenz von Menschen im Inneren Salzkammergut. (Steinbeile, um 5000 v. Chr.).

Wann die Menschen die salzhaltigen Quellen entdeckten, lässt sich heute nicht mehr sagen. Aber bereits um 5000 v. Chr. waren sie auch immer wieder im Salzberghochtal, was eigentlich nur mit Salzgewinnung in Zusammenhang stehen kann.

Wirklich industrielle, bergmännische Gewinnung von Steinsalz lässt sich momentan ab dem 15. Jhdt. v. Chr. nachweisen. Dem Salz wir in Schächten bis in eine Tiefe von 200 Metern nachgegangen.

In der Bronzezeit wird am Berg aber nicht nur Salz gebrochen, sonder dieses auch gleich benutzt um in großen Holzbecken Schweinefleisch in industriellem Umfang zu suren (pökeln) um in weiterer Folge Speck daraus zu machen.

Im 9. Jhdt. wird am Berg der Abbau umgestellt und man folgt dem Salz nun in riesigen horizontalen Abbaukammern, die Dimensionen von 200 Meter Länge, 20 Meter Höhe und 20 Meter Breite erreichen können. Das Salz aus diesen Hallen bildete die Grundlage für überdurchschnittlichen Reichtum der hallstätter Knappen. Dieser Reichtum manifestiert sich in den Beigaben, die den Verstorbenen auf ihre letzte Reise mitgegeben wurden. Der Friedhof der althallstätter Bergleute im Salzberghochtal wurde vor über 150 Jahren entdeckt.

Die freigelegten Grabbeigaben sind derart

repräsentativ u. eindrucksvoll, dass eine ganze Kulturepoche der europäischen Geschichte danach benannt wurde -die Hallstattzeit ca. 800 - 400 v. Chr.

Stierschale - Museum Kulturerbe Hallstatt

Durch das Salz hatten die Hallstätter das Kapital, sich auch exotische Dinge leisten zu können. Von Elfenbein über italienischen Wein bis Bernstein fand so mancher Luxusgegenstand seinen Weg nach Hallstatt.

Um 350 v. Chr kam es zu einer gewaltigen Murenkatastrophe, die den florierenden Bergbau wahrscheinlich mit einem Schlag vernichtete. Erst nach einiger Zeit konnte der Betrieb von der Dammwiese aus, am Fuße des Plassens gelegen, wieder aufgenommen werden.

Um Christi Geburt wird Noricum eine römische Provinz und die Römer bauen ihre Niederlassungen und Straßen auch in Hallstatt, sie dürften mit den unterworfenen Kelten den Salzbergbau bis zur Zertrümmerung ihres Reiches am Ende des 5 Jhdts weiter betrieben haben.

300 n. Chr. kommt es zur ersten Verbreitung des Christentums im Salzkammergut, und im 6. Jahrhundert nehmen die Bajuwaren das Gebiet in Besitz.

Die erste Erwähnung von Lauffen (Flußhindernis an der Traun) im Jahre 807 kann als Beweis für den Transport des Salzes auf dem Wasserweg zu seinen Bestimmungsorten gesehen werden.

Um 1000 erreicht der Salzbergbau wieder jene Bedeutung, die er schon in prähistorischer Zeit und während der Römer hatte.
Im 12. Jahrhundert wird erstmals eine kleine romanische Kirche erwähnt, die "Michaelikirche".

1846 stießen mit Schottergewinnung beschäftigte

Arbeiter auf "altertümliche Reste". Der amtierende Bergmeister Johann Georg Ramsauer erkannte den Wert der Funde.

Museum Hallstatt

Er leitete eine umfassende Grabungskampagne ein, die schließlich das weltberühmte Hallstätter Gräberfeld zu Tag brachte.

Mit dem Bau der Straße von Gosaumühle nach Hallstatt 1875 war der erste Schritt zur verkehrsmäßigen Erschließung des Marktes auf dem Landweg getan. Bisher war ein
schmaler Saumweg die einzige Verbindung nach außen.

Mit dem Bau der k.k. Kronprinz Rudolf Kammergutbahn in den Jahren 1876 bis 1878 nahm auch der Tourismus einen gewaltigen Aufschwung. Alljährlich kamen nun tausende Gäste, um die Naturschönheiten des Ortes zu genießen. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde der schon lange notwendige Bau der Seestraße in Angriff genommen. Diesem Vorhaben, durch das nun der Ortsteil Lahn mit der Gosaumühlstraße verbunden war, fielen sieben Wohnhäuser zum Opfer.

Der im Jahre 1964 begonnene Bau einer ortsbildschonenden Ortsumfahrung in Form eines "Doppeltunnels mit Parkterrasse in der Mühlbachschlucht" war 1966 beendet.

Im Dezember 1997 beschloss das Welterbe Komitee der UNESCO die Kulturlandschaft Hallstatt- Dachstein / Salzkammergut auf die "Liste des Welterbes" zu setzen. Durch diese Auszeichnung steht die Region Hallstatt gemeinsam mit bisher über 580 UNESCO- Welterbestätten in 112 Ländern unter dem besonderen Schutz des globalen Kultur- und Naturerbes, wobei Hallstatt als eine der wenigen Stätten gilt, wo beide Faktoren ausschlaggebend sind.

 

Funde im "Keller" vom Geschäft Janu in Hallstatt

Vor Jahren wurden hier Archäologische Funde durch Zufall entdeckt! Jezt finden Sie eine 300m² große Ausgrabung!!

Hallstatt Oberoesterreich

Funde aus der Kelten- und Römerzeit sowie aus dem Mittelalter finden Sie auf kleinstem Raum unter dem Geschäft Janu in Hallstatt.

Diese Grabung ist auch im Winter jederzeit während den Geschäftszeiten frei zugänglich!!

Infos: 06134-8298
Fax: 06134-8298-18
e-mail: dachsteinsport.janu@sport2000.at

 

Museum Hallstatt

Eine Reise durch 7000 Jahre Hallstatt

Museum Hallstatt

Das Museum zeigt die einzigartige Geschichte in einer eindrucksvollen Landschaft und wurde nach modernsten, musealen Gesichtspunkten 2002 neu gestaltet und auch für Kinder museumspädagogisch aufbereitet (Epochenatelier, Museumsrallye)

Themen:
Geologie - Geschichtsablauf - Jungsteinzeitliche Anfänge - Prähistorisches Salzbergbau - Hallstattkultur - Die Katastrophe - Die Kelten - Die Römer in Hallstatt - Mittelalter & Neuzeit - Rauchkuchel - Hallstatt brennt - Gesundheit und Fürsorge - Johann Georg Ramsauer (1795-1874) - Das Gräberfeld Hallstatt - Der Reichtum des Gräberfeldes - Die Pioniere von Hallstatt - Religion (katholisch - evangelisch) - Salinenwesen - Münzwesen - Salzbergbau der Neuzeit - Arbeit und Handwerk - Tourismus - Lebensraum Natur - Kunsthandwerk - Weltkulturerbe

Stierschale

Bedeutende Funde aus der Hallstatt-Kultur sind in den Fundort zurückgekehrt.

Stierschale - Museum Hallstatt

Anläßlich der Neueröffnung des Museum Kulturerbe Hallstatt sind ganz bedeutende Funde (wie z.Bsp. das berühme "Kaisergrab") vom Naturhistorischen Museum Wien nach Hallstatt zurückgekehrt...

Hallstatt brennt...

Museum - aktiv erleben

Hallstatt brennt

Durch modernste Technik & spezielle Effekte kann man im Museum Kulturerbe Hallstatt auch selbst aktiv werden!

Toll für Schulen: Epochenatelier & Museumsrallye

Infos: www.museum-hallstatt.at
e-mail: r.gamsjaeger@tele2.at
Tel: 06134-8280-15
Fax: 06134-8280-12

ÖFFNUNGSZEITEN und PREISE finden Sie unter Sehenswertes/MUSEUM HALLSTATT

 

Ortsführungen im Weltkulturerbeort Hallstatt

Wissenswertes über die Hallstatt-Kultur, Besonderheiten des alten Salinenortes, die Hallstätter (früher und heute) und vieles andere mehr...

EUR 3,90 für Erwachsene


Im Rahmen der Ortsführung wird auch das Beinhaus besucht. Der Eintritt kostet Euro 1,50 für Erwachsene und 0,50 für Kinder!


DIE FÜHRUNG AM SAMSTAG FINDET AUCH IN ENGLISCHER SPRACHE STATT.

Ortsführungen auch für Gruppen möglich!

Links evang. Kirche Hallstatt - Hallstatt Oberoesterreich

Die 1 ½ stündige Tour durch das malerische Hallstatt, kann auch für Gruppen gebucht werden, diese kostet EUR 75,00 pro Gruppe (bis max. 50 Personen)!Führungen in englischer,französischer, italienischer,spanischer,tschechischer oder kroatischer Sprache kosten 90,00 Euro.
Im Rahmen der Ortsführung wird auch die katholische Kirche und das berühmte Hallstätter Beinhaus besichtigt, wobei die Pfarre Hallstatt EUR 1,50 pro Person, und für Kinder und Schüler EUR 0,50 für die Erhaltung der Michaels-Kapelle einhebt.

Anschließend an die Ortsführung empfehlen wir Ihnen einen Besuch im neuen und modernen Museum "Kulturerbe Hallstatt" (ganzjährig geöffnet!).

Nutzen Sie auch die Gelegenheit die einzigartige Bergkulisse bei einer Schifffahrt zu genießen. Ob als Teil der Anreise, Rundfahrt oder als Sonderfahrt, der Blick auf das sich an den Berg schmiegende Hallstatt vom Hallstättersee aus ist unvergesslich. Die Hallstättersee-Schifffahrt informiert Sie gerne.



Die Kontaktadresse für Buchungen:
Ferienregion Dachstein Salzkammergut
Geschäftsstelle Hallstatt

 

1344 v. Chr. Eine archäologische Sensation

WissenschaflterInnen der Universität für Bodenkultur Wien haben die älteste Holzstiege Europas mit der Methode der Dendrochronologie datiert.

Stierschale - Museum Kulturerbe Hallstatt

Das Datum - 1344 v. Chr. - ist eine wissenschaftliche Sensation. Denn mit 3349 Jahren ist dieser einzigartige Fund wesentlich älter als zunächst angenommen. Entdeckt wurde die perfekt erhaltene Stiege durch ArchäologInnen des Naturhistorischen Museums Wien im Salzbergwerk von Hallstatt/Oberösterreich. Der Fundort liegt inmitten eines Salzabbaurevieres der Bronzezeit. Für die WissenschaftlerInnen stand von Beginn an fest, dass von einem hohen Alter auszugehen ist. Jedoch übertrifft die Datierung auf das Jahr 1344 v. Chr. die Erwartungen um mehr als 200 Jahre.
Die Stiege aus dem Salzbergwerk ist der älteste europäische Beleg für gezimmerte Holztreppen. Der Leiter der archäologischen Ausgrabungen im Hallstätter Salzberg, Hans Reschreiter, ist begeistert: "Die Stiege macht nach der Freilegung einen derart unversehrten Eindruck, als seien erst gestern das letzte Mal Bergleute darüber gegangen. Wir haben bisher bereits über sechs Meter der Stiege freigelegt. Wie lange sie letztlich ist, kann heute noch nicht gesagt werden."

DIE STIEGE

Entdeckt wurde die Stiege im Christian von Tusch-Werk.

Bei der Fundstelle handelt es sich um das untere Ende eines verstürzten Schachtes aus dem 14. Jh. v. Chr. Von diesem Schacht aus folgten die bronzezeitlichen Bergleute dem Steinsalz in horizontaler Richtung. Der Bau der Stiege erfolgte in einer großen Halle (deren Dimension noch nicht abgeschätzt werden kann) auf einer mächtigen Abraumschicht. Es scheint als wäre diese vor Beginn der Bauarbeiten planiert worden, um einen geeigneten Untergrund für die folgenden Arbeitsschritte zu haben.
Die Fahrt, wie eine Stiege im Bergbau genannt wird, besteht aus zwei Stämmen mit 20-35 cm Durchmesser, die Wangen, die im Abstand von 1,20 m parallel zueinander gelegt wurden. In die 6 cm breite und 8 cm tiefe Längsnut dieser beiden Seitenteile wurden dann abwechselnd Auftritte und Distanzhölzer geschoben. Sowohl die Auftritte als auch die Distanzbretter sind tangential von Stämmen mit ca. 16-25 cm Durchmesser gespaltene Schwartlinge. Waren die Distanzbretter zu dick, um in die Nut zu passen, wurden sie auf der Waldkantenseite zugehackt. Die Auftritte sind mit einem viereckigen Zapfen in der Nut befestigt. Damit die beiden Wangen nicht auseinander rutschen sind sie mit einem "Schloss" und eingeschlagenen Pfählen gesichert. Alle bisher untersuchten Teile der Fahrt sind aus Fichten, Tannen und wenigen Rotbuchen gefertigt.

Die Auftrittsbreite der Stiege ist mit über 1 m viel größer als man heute von sog. Schurfstiegen kennt. Das ist damit zu erklären, dass von mehreren Personen gleichzeitig im "Gegenverkehrsbetrieb" gefördert wurde, oder dass sehr schwere Lasten (Rüstholz, Salzplatten) zu transportieren waren, die nur von mehreren nebeneinander gehenden Personen getragen werden konnten.
Über die Länge der Stiege kann vorerst noch nichts gesagt werden. Sie "steckt" sowohl oben als auch unten noch fest im Berg. Wenn die Theorie stimmt, dass sie zum Schacht führt, müssen wir nach oben noch mit einer Länge von etwas mehr als 10 m rechnen. Nach unten können zurzeit nur Vermutungen angestellt werden. In der Verlängerung der Stiege nach unten existieren vom modernen Bergbau auf den nächsten 80 m keine Betriebsanlagen und daher auch keine archäologischen Aufschlüsse, die Hinweise liefern könnten. Da die Konstruktion der Fahrt sowohl zeit- als auch materialintensiv ist, gehen wir davon aus, dass dieser Aufwand wahrscheinlich nicht betrieben wurde, um einen nur 15 m vom Schacht befindlichen Abbau mit diesem zu verbinden. Vielmehr denken wir eher an eine dutzende von Metern lange Hauptverbindungsstrecke mit einem ausgedehnten, etwas tiefer liegenden Abbau.

LESEN SIE WEITER DIE ÄLTESTE HOLZSTIEGE EUROPAS TEIL II

 

Da in dem nur wenige Meter langen Ausschnitt der Fahrt, der bisher freigelegt wurde, eine Verlängerung der Wangen durch Schiftung vorliegt, ist die technische Voraussetzung für diese Überlegung gegeben.
Von einer längeren Benutzung zeugt der mehrere Zentimeter dicke schwarze "Belag" auf den Stufen. Dieser besteht aus wenigen abgebrannten Kienspänen und verdichteten Holzkohleflittern, wie sie entstehen, wenn Kienspäne abbrennen.
Funde von Stiegenteilen (Wangen und Stufen) in anderen Bereichen des Christian-Tusch-Werkes (Barth 2003/2) und an zwei weiteren Stellen des Berges, belegen eindeutig, dass es sich bei der nunmehr freigelegten Fahrt um keinen Einzelfall, sondern um eine übliche Steighilfe der Bronzezeit handelt.
Es erscheint wahrscheinlich, dass die Einzelteile der Fahrt obertag in Serienproduktion gefertigt und dann in der Grube den Anforderungen entsprechend zusammengestellt wurden. Die Auftritte sind dann jeweils zwischen den beiden benachbarten Distanzbrettern eingeklemmt und in ihrer Position fixiert. Da die Luftfeuchtigkeit in der Grube konstant hoch ist, kann die Konstruktion nicht austrocknen und locker werden.

Die Steigung der Fahrt ändert sich im bisher freigelegten Teil von 30 auf 15 Grad. Inwieweit dies dem ursprünglichen Zustand entspricht oder auf die Bewegung des Berges zurückzuführen ist, lässt sich noch nicht sagen.

Die Steigung der Fahrt ändert sich im bisher freigelegten Teil von 30 auf 15 Grad.

Inwieweit dies dem ursprünglichen Zustand entspricht oder auf die Bewegung des Berges zurückzuführen ist, lässt sich noch nicht sagen. Die Neigung der Auftritte spricht eher dafür, dass sie ursprünglich steiler - mit 30 Grad Steigung - gebaut wurde. Der Stufenabstand und damit auch die Auftrittshöhe sind nicht einheitlich. Der Abstand variiert zwischen 20 und 30 cm.

Die Fahrt ist auf jeden Fall als weiterer Beleg dafür zu werten, dass bereits in der Bronzezeit ein gut organisierter riesiger Betrieb am Hallstätter Salzberg bestand, der den Vergleich mit den hallstattzeitlichen Betriebsanlagen nicht zu scheuen braucht (Barth 2003/1; Barth &. Lobisser 2002).
Was macht nun die besondere Bedeutung der Stiege aus? Trotz der ausgezeichneten Erhaltungsbedingungen im Salzberg stoßen wir selten auf vollständige in situ befindliche Holzkonstruktionen. Im Allgemeinen bergen wir aus dem Betriebsabfall nur als unbrauchbar zurückgelassene Geräte.
Die perfekte Ausführung der Stiege zeigt einmal mehr, mit welchen hohen technischen Standards wir in der Bronzezeit zu rechnen haben. Da vergleichbare Funde fehlen, muss dahingestellt bleiben, ob es sich bei "unserer" Fahrt um eine Spezialanfertigung für den Bergbau handelt, oder ob es der einzige erhaltene Beleg einer üblichen Konstruktion ist.

 

Dendrochronologie

Die Wissenschaft vom Alter des Holzes

Es gibt mehrere wissenschaftliche Methoden das Alter eines antiken Objektes festzustellen.

Die bekannteste ist die Radiokarbon-/C14-Methode, die genaueste die Dendrochronologie. Die Dendrochronologie kann das Alter eines Holzobjektes ohne Zweifel auf ein Kalenderjahr genau festlegen. Dabei machen sich die WissenschaftlerInnen den Umstand zu Nutze, dass ein lebender Baum jedes Jahr aufs Neue eine vollständige Zellhülle - einen Jahrring - ausbildet und hierbei auf Umweltfaktoren reagiert. In schlechten Jahren, z. B. bei ungünstigem Wetter, entsteht ein schmaler Jahrring. In guten Jahren ist genau das Gegenteil der Fall. Die Abfolge der Jahrringe, die ein Baum zeit seines Lebens bildet, ist sehr charakteristisch. Zur Datierung eines einzigen Objektes aus der Bronzezeit ist es notwendig Jahrringabfolgen aus über drei Jahrtausenden in einer lückenlosen Kette aneinander zuhängen, d. h eine Referenzkurve aufzubauen. Den Ausgangspunkt dieser Kurve bilden Bäume unserer Gegenwart. Die Jahrringsequenz des zu datierenden Stückes muss genau mit der Referenzkurve verglichen werden, um deren exakte Position auf der Kurve und somit dessen Alter zu bestimmen.
Zur Datierung der Stiege wurde eine eigene Referenzkurve von Fichten- und Tannenhölzern aufgebaut, die 3500 Jahre zurückreicht. Da die bis zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Referenzkurven für den Raum Hallstatt weitestgehend ungültig sind.

Die Datierung der Stiege

Der Erste Schritt war 1999 die Betauchung des Schwarzen See an der Nord-Ost-Abdachung des Dachsteins.

Mit Unterstützung des Österreichischen Bundesheeres konnten über 200 subfossile, das heißt im Wasser des Sees konservierte Baumstämme, erfolgreich beprobt werden. Mit diesen Proben konnte eine 3475 Jahre lange Chronologie aus Fichten und Lärchen aufgebaut werden. Im Jahr 2004 wurden weitere subfossile Baumstämme in einem Moor, dem Karmoos in Hallstatt, ausgegraben und beprobt. Über 300 Holzproben wurde geborgen. An Hand dieser Hölzer konnte eine bis 1498 v. Chr. durgehende reine Fichtenchronologie aufgebaut werden.
Bisher wurden aus dem Bereich "Alter Grubenoffen, Christian-Tusch-Werk" 550 Holzproben entnommen, die Holzart bestimmt, und die Jahrringbreiten gemessen. Die Stiege selbst steuerte 18 Proben bei. Auch die 18 Proben der Stiege sind Teil einer 282 Jahre langen Mittelkurve. Alle Bäume die zur Errichtung der Stiege verwendet wurden, wurden im selben Jahr gefällt. Die Christian-Tusch-Werk Mittelkurve konnte eindeutig auf der am Dachstein und in Hallstatt aufgebauten Mittelkurve datiert werden: Das Enddatum dieser Mittelkurve ist 1245 vor Christi Geburt. Es ergibt sich hieraus das Fällungsjahr der für die Stiege verwendeten Bäume von 1344 vor Christi Geburt.

Forschungsgeschichte


Am Anfang lag das Hauptaugenmerk der Forschungen darauf, die vielen im Berg bekannten Fundpunkte genauer einordnen zu können.

Es stellte sich bald heraus, dass der Salzbergbau bereits lange vor dem weltberühmten Gräberfeld der älteren Eisenzeit (ca. 800 - 350 v. Chr.) im Hochtal begann. Auch die Dimension der prähistorischen Stollen stellte alles bisher Bekannte und Erwartete in den Schatten. In der späten Bronzezeit folgte man dem Steinsalz mit immensen Schächten in Tiefen von weit über hundert Metern. In der Hallstattzeit wurde die Abbautechnik grundlegend umgestellt und es wurden riesige horizontale Kavernen angelegt, die dem Kernstreichen folgen. Eine dieser Hallen konnte in den letzten Jahrzehnten intensiver erforscht werden und weißt die unglaubliche Länge von über 170 m Länge bei einem Querschnitt von 20 m Höhe und 10 - 20 m Breite auf.
Die Forschungen der letzten Jahre zeigen immer deutlicher, dass wir spätestens seit dem 14. Jh. v. Chr. einen gut organisierten, arbeitsteiligen riesigen Bergbau-Industriebetrieb am Hallstätter Salzberg haben - wenngleich der Beginn der Salzproduktion schon vor über 7000 Jahren anzusetzen ist.

Weitere Informationen:

Universität für Bodenkultur Wien,
Institut für Holzforschung
Dr. Michael Grabner
Peter Jordan Strasse 82
1190 Wien
0676 / 380 72 26
michael.grabner@boku.ac.at


NATURHISTORISCHES MUSEUM WIEN
Prähistorische Abteilung
Hans Reschreiter
Burgring 7
A-1014 Wien
0664 / 65 70 859
hans.reschreiter@nhm-wien.ac.at

 

Das Salzkammergut - eine der ältesten Industrielandschaften der Welt

Die archäologischen und dendrochronologischen Forschungen eröffnen völlig neue Einblicke in eine der vermutlich ältesten Industrielandschaften der Welt. Bereits vor über 3500 Jahren bauten bronzezeitliche Bergleute am Hallstätter Salzberg Steinsalz in industriellem Ausmaß ab. In riesigen Hallen wurde Salz gebrochen, über Schächte mit Seilen an die Oberfläche gefördert und weithin verhandelt. Die Forschungen der letzten Jahre zeigen immer deutlicher, dass wir spätestens seit dem 14. Jh. v. Chr. einen gut organisierten, arbeitsteiligen riesigen Bergbau-Industriebetrieb am Hallstätter Salzberg haben - wenngleich der Beginn der Salzproduktion schon vor über 7000 Jahren anzusetzen ist. Die Salzabbautradition ist bis heute durch den Betrieb der Salinen Austria AG ungebrochen.

Von der Lebenswelt vergangener Epochen bleiben der Archäologie im Normalfall Objekte aus unvergänglichen Materialien wie Stein, Keramik, Knochen und Geweih.
Organisches, wie Gras, Wolle, Fell, Leder und Holz, verrottet in wenigen Jahren. Vollkommen anders und einzigartig sind die Bedingungen im Hallstätter Salzberg. Grasschnüre, Speisereste, menschliche Exkremente, Werkzeug und eben auch die Grubenhölzer - all das, was die bronzezeitlichen Bergleute vor über 3500 Jahren im Bergwerk zurückließen, blieb erhalten im Heidengebirge. Durch diese Funde (abertausend niedergebrannte Kienspäne (die der Beleuchtung dienten), gebrochene Pickelstile, Kleidungsbestandteile (Fell- und Ledermützen, Textilien, Lederschuhe), Tragkörbe aus Leder, Schnüre und Seile aus Gras und Bast) lassen sich beinahe alle Arbeitsschritte vom Brechen des Salzes mit Bronzepickeln bis zur Förderung mit dicken Seilen erschließen. Mit jedem neuen Fundstück gewinnen die Archäologen mehr Einblick in die bronzezeitliche Lebens- und Arbeitswelt.

 
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