Die Hochfläche der Bömischen Masse wird hier durch die Wasserläufe der Thaya, Kaja und Fugnitz steil durchbrochen.
Schroffe und bizarre Felsformationen, stille Teiche und klare Bäche verleihen der Landschaft eine zauberhafte Romantik.
Als "Wahrzeichen" für das Thayatal kann der sogenannte Umlaufberg bezeichnet werden. Hier windet sich die Thaya in zahlreichen Flußschlingen, und umschließt den Umlauf-Berg fast zur Gänze.
Das Thayatal gleicht einer Insel für seltene Tiere und Pflanzen.
Feuchtwiesen, Trockenrasen und echte Urwälder bilden ein buntes Mosaik wertvoller Biotope.
Im Schluchtbereich leben über 100 bedrohte Tier- und Pflanzenarten, darunter der Schwarzstorch und der Kammolch.
Zu den floristischen Raritäten zählen die bunte Schwertlilie und das Blaugras. Fischotter, Edelkrebs und Flußperlmuschel konnten hier wieder heimisch werden.
Ein Nationalpark zeichnet sich durch große Artenvielfalt und besondere Schönheit der Landschaft aus.
Seine Ökosysteme sind naturbelassen und stehen unter besonderen Schutz.
Besucher können sich im Nationalpark bilden und erholen. Dazu stehen zahlreiche markierte Wanderwege zur Verfügung. Wanderführer und Besucherprogramm können kostenlos bei der Nationalpark Thayatal GmbH angefordert werden.
Zusätzliche Infos siehe unter "Weiterführende Links" (Nationalpark Thayatal GmbH) oder NÖ Landesregierung
Die Quellen der Thaya liegen im westlichen Waldviertel und in Südböhmen. Auf ihrem Weg zur Mündung in die March wechselt sie mehrmals zwischen Österreich und Tschechien und bildet in Hardegg die Staatsgrenze. In engen Talmäandern durchbricht sie das Böhmische Granimassiv.
Der Umlaufberg bei Hardegg ist ein geomorpholisches Phänomen, wie es "bisher in keinem europäischen Nationalpark geschützt ist", sagt ein Gutachten.
Die Wasserkraft der Thaya diente jahrhundertelang dem Gewerbe. Getreidemühlen, Hammerwerke und Tuchmacher ("Walker") hatten hier ihre Betriebe.
Im großen Stil wird die Thaya seit 1935 genutzt als bei Vranov, wenige Kilometer von Hardegg, die Thaya aufgestaut wurde. Das hat die Charakteristik des Flusses verändert. Denn in diesem Kraftwerk wird meist zweimal täglich Strom für Bedarfspitzen erzeugt. Dadurch steigt stoßartig der Wasserspiegel der Thaya, die Fließgeschwindigkeit wird erhöht, die Wassertemperatur fällt.
Der wichtigste Seitenbach der Thaya, die Fugnitz, ist ein typischer Waldviertler Urgesteinsbach, dessen Ursprünglichkeit bis heute weitgehend erhalten blieb.
Aus Geschichten und Erzählungen entstanden im Laufe der Zeit Sagen. Sie enthalten altes, überliefertes Volksgut und erzählen von geheimnisvollen Fabelwesen, von Geistern und Feen, von Ungeheuern in Menschen- und Tiergestalt. In dieser Gegend sind vor allem Sagen um Wassergeister und Wasserfeen bekannt. Die Stadt Hardegg hat dem Besucher aber auch geschichtlich Interessantes zu bieten.
Der Reginafelsen
Der hohe Felsen gegenüber der Burg heißt im Volksmund seit langer, urdenklicher Zeit "Reginafelsen":
Auf der Burg Hardegg lebte einst ein junger Graf, der mitunter auch ein recht ausschweifendes Leben geführt haben soll. Einmal soll er Regina, ein wunderschönes Mädchen, auf die Burg gebracht haben, das aber seiner Überredungskunst widerstand. Darüber geriet der Burggraf in Wut und ließ es, weil es nicht sein Weib werden wollte, bei lebendigem Leib in einer Felsnische gegenüber der Burg einmauern. Nur ein gutes Auge erkennt heute noch in dem Felsen die Stelle.
Der Wassermann
Zu einem Fleischhauer in Z. kam seit Menschengedenken ein hagerer Greis. Niemand kannte den wortkargen, mürrischen Besucher, niemand wußte, woher er kam.
Eines Tages betastete er wie gewöhnlich mit dem ausgestreckten Finger der wachsbleichen, knochigen Hand das Fleisch. Da schlug der Meister mit dem Beile zu und trennte den Finger von der Hand. Doch aus der Wunde kamen kein Blut, sondern ein paar Tropfen trüben Wassers. "Dich krieg ich noch!", verfluchte der Alte den Fleischer. Danach wurde er nie mehr gesehen.
Eines Tages, nach einem heftigen Wolkenbruch, wollte der Meister in den Stall gehen, stolperte und fiel in eine Pfütze, aus der sich Wasser in einer mannshohen Säule hob. Das Gesinde sah deutlich die Gestalt des alten Mannes und hörte ein schauriges Lachen. Als die Leute sich näherten, fanden sie einen Ertrunkenen.
Maximilian von Mexiko
Auch Geschichte ist in Hardegg zu erleben. Wer Zeit hat, sollte die Gedenkstätte für Kaiser Maximilian von Mexiko in der Burg besuchen. Ein ehemaliger Besitzer der Burg Hardegg, Fürst Johann Carl Khevenhüller-Metsch, war ein Wegbegleiter Maximilians. Aus seinem Besitz stammen viele Erinnerungsstücke.
Mitten in den Wirren der europäischen Intervention in Mexiko, in die vor allem Frankreich ver-wickelt war, hatte Erzherzog Ferdinand Max, jüngerer Bruder Kaiser Franz Josephs 1., 1863 die Kaiserwürde von Mexiko angenommen. Nach anfänglichen Erfolgen der kaiserlichen Armeen wendete sich nach dem Rückzug der Franzosen die Lage zugunsten der von den USA unterstützten mexikanischen Republikaner. Maximilian mußte sich 1867 der republikanischen Armee ergeben und wurde am 19. Juni in Queretaro hingerichtet.