Im 8. Jahrhundert n. Chr. bildete der Herzogshof und spätere Königshof Ranshofen. Es lag am Rande des königseigenen Weilhartforstes, der durch königliche Dienstmannen verwaltet wurde. Nach 1100 traten die Welfen als Herzöge in Bayern und als Vertreter des Königs auf den Plan. Der Welfe Heinrich IX gründete 1125 das Augustiner-Chorherrenstift Ranshofen. In der Gründungsurkunde wurde das Gut Braunau erstmals genannt. Nach der Erbauung der Feste Braunau im Jahre 1260 übersiedelten die herzoglichen Beamten von Ranshofen nach Braunau. Der Grund: Braunau war aufgrund der Stadtmauern und der Lage am Inn besser zu verteidigen und lag zudem im Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege. Braunau erhielt auch von diesen Verkehrswegen die stärksten Impulse für seine Wirtschaft.
Die Wasserstraßen des Inns und der Salzach brachten Güter aus nah und fern, vor allem Salz, aber auch Südfrüchte, Seide und andere Produkte. Das Stapelrecht zwang die fremden Kaufleute ihre Güter auf dem Stadtplatz zum Verkauf feilzubieten. Braunauer Händler brachten Leinwand nach dem Süden, Braunauer Loden und Braunauer Tuche waren auf in- und ausländischen Märkten sehr gefragt. Sehr sehenswert ist der alte Stadtkern, der ein Denkmal mittelalterlichen Städtebaus ist. Die bestehenden Baulichkeiten aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts prägen noch heute das Braunauer Stadtbild mit den Giebelzeilen. 1520 erhielt die Stadt das Privilegium für eine Papiermühle, sie war die älteste des heutigen Landes Oberösterreich.
Auch einige hundert Jahre später ist Braunau noch die volkreichste und gewerbetätigste Stadt des Innviertels. Das Innviertel wurde 1779 von den Bayern an Österreich übergeben. Diese Zeit trägt schon den Keim des wirtschaftlichen Stillstandes, denn die Grenzziehung beraubte die Stadt eines Teiles ihres Hinterlandes. Die Revolution im Verkehrswesen sowie die Verwendung der Dampfkraft ließen Inn und Salzach veröden, sodass die Stadt in einen Dornröschenschlaf versank. Der Inn, der einstmals als Verkehrsweg zum Wohlstand der Stadt beigetragen hatte, wurde nun als Energiequelle zum Anlass für einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung vor wenigen Jahrzehnten.
Heute fördern neue Betriebsanlagen das stetige Wachstum, die Einwohnerzahl ist stark gewachsen und beträgt 2007 knapp 18.000. Verborgene Heimat