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Venus von Willendorf


Am 07. August 1908
wurde die Venus von Willendorf beim Eisenbahnbau unter Anwesenheit der Wissenschaftler Szombathly, Bayer und Obermaier im Löß gefunden.
Die Venus ist eine vollkommen erhaltene, 11cm hohe, aus Kalkstein herausgearbeitete Statuette, die ein unbekleidetes steatopyges (fettleibiges) Weib darstellt.
Die Figur ist anatomisch durchaus realistisch u. proportionsgerecht gestaltet; die Geschlechtsmerkmale sind betont, während das Gesicht bewusst abstrahiert ist. Der Kopf weist eine Anzahl von Wulstringen auf, die eine gelegte, bzw. geflochtene Haarfrisur anzudeuten scheinen. Die Arme, insbesondere die auf den Brüsten ruhenden Unterarme u. Hände sind stark reduziert bzw. nur schematisch dargestellt. Die Unterschenkel sind verkürzt, u. die Füße sind wohl zur Gänze vernachlässigt worden, was aber funktionell bedingt sein dürfte, um die Figur aufstellen, d.h. in den Boden od. erhöhten Lehmsockel einer Wohngrube stecken zu können.


Außer einem angedeuteten gezackten Armreif am rechten Handgelenk und der "Kunstfrisur" ist an Körperschmuck nichts erkennbar;
doch Reste eines roten Farbstoffes deuten auf eine ursprüngliche Bemalung hin.
Die Auffindung dieser Statuette, die als Ausdruck eines Fruchbarkeitskultes bzw. als Symbol der "Magna Mater" ("Große Erdmutter") aufzufassen ist, wie aus Parallelen von heutigen Naturvölkern gefolgert werden kann, war eine wissenschaftliche Sensation. Unter der Bezeichnung "Venus von Willenorf" wurde das eiszeitliche Kunstwerk weit über die Grenzen Österreichs bekannt und weltberühmt.
Die Fundstelle der Venus wurde zugänglich gemacht und neben den freigelegten und beschriebenen Ausgrabungsschichten kann eine Nachbildung der Venus besichtigt werden.


Unter allen bislang aufgefundenen, vergleichbaren figürlichen Darstellungen aus dem Paläolithikum (Steinzeit) - das sind immerhin über 130 Objekte, die von Südwestfrankreich und Norditalien über ganz Mitteleuropa bis nach Sibirien hin verstreut und aus verschiedenen Materialien gefertigt sind - ist die Willendorfer Skulptur die gekonnt formschönste und zählt auch zu den ältesten dieser spezifischen Formengruppe die für das "Gravettien" (28.000 bis 22.000 Jahre vor heute) charakteristisch ist.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Museumsvereines Willendorf:






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