...ist eine der höchstentwickelten Pflanzen dieser Erde und nutzt effektiv die Sonnenenergie
...gedeiht in fast allen Klimazonen, auf fast allen Böden und ist gegen Schädlinge weitgehend resistent
...eignet sich als Pionierpflanze und ist selbstverträglich
...ist als Vor- und Zwischenfrucht mit allen anderen Nutzpflanzen anbaubar
...besticht durch seine vielseitige Verwendbarkeit der Erträge
Aufgrund der Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten ist die Wiedereingliederung dieser Kulturpflanze in unsere Wirtschaft enorm wichtig. Da ökologische Folgekosten miteinbezogen werden müssen, ist der Raubbau und die Ausbeutung fossiler Rohstoffe unbezahlbar. Daher müssen wir unsere Bedürfnisse mit nachwachsenden Rohstoffen befriedigen, um Rücksicht auf nachfolgende Generationen zu nehmen.
Der Hanf kann hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Ein großflächiger Anbau und Weiterentwicklungen in der Ernte und der Verarbeitung sind nötig damit Hanferzeugnisse sowohl in regionalen Wirtschaftskreisläufen eine entscheidende Rolle spielen, und auch dem ökologischen Ausverkauf der Erde entgegenwirken.
Bis Anfang unseres Jahrhunderts war der Hanf eine unersetzliche Kulturpflanze. Erst die Entdeckung des Holzaufschlussverfahrens verdrängte den Hanf aus der Papierherstellung, da der Wald als unendlich verfügbare Resource angesehen wurde.
Natur- und Industriehanf - Marihuana
Der Naturhanf (Cannabis sativa, deutsch Bauernhanf) ist die natürliche Hanfpflanze. Das Harz schützt den Hanf vor Krankheiten, Schädlingen und UV-Strahlung. Im Harz finden wir über 400 Wirkstoffe, unter anderem den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) welcher verantwortlich ist für die psychoaktive Wirkung des Hanfes. In unserem Klima erreicht der natürliche und nicht durch Züchtung veränderte Hanf einen THC-Gehalt von ca. 3 - 6 %.
Der Industriehanf ist eine Züchtung der natürlichen Hanfpflanze. Er ist in seinen Eigenschaften derart verändert, dass er den Namen Cannabis nicht mehr tragen darf. Häufig finden wir männliche und weibliche Blütenstände an einer Pflanze. Die Faserfestigkeit, die Qualität der Samen und des Duftes sind beeinträchtigt und von Sorte zu Sorte verschieden. Die ersten Züchtungen fanden bereits 1960 statt. Industriehanf wird hauptsächlich zu Zellulose weiterverarbeitet und hat einen THC-Wert von 0,3 %.
Unter Marijuana versteht man die getrockneten Blüten von Hanfpflanzen, das Genussmittel von Hanfkonsumenten. Die Gefährlichkeit der Genussmittel wird als gering eingestuft, im Vergleich zu Tabak und Alkohol. Man stellte keine körperliche Abhängigkeit fest. Die psychische Abhängigkeit betrifft ca. 2 Prozent der Konsumenten. Bis heute ist kein einziger Todesfall aufgrund von Hanfpräparaten aufgetreten. Marijuana hat einen THC-Wert von bis zu über 25 %.
Was aus Hanf hergestellt werden kann
30 Millionen Hektar Anbaufläche stehen laut EG im europ. Raum auf stillgelegten Äckern für nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung. Würden nur 6 Millionen davon mit Hanf bestellt, könnten nach 100 Tagen von diesen Feldern geerntet werden:
60 Millionen Tonnen Hanfstroh (10 t pro Hektar entspricht einem Heizöl-Äquivalent von 4000 Litern/Hektar. Die Uni Kassel kam in einem Zwei-Kulturen-Versuch, in dem Hanf nach Winterroggen angebaut wurde, auf ein Heizöl-Äquivalent von 10.000 Litern/Hektar),
10 Millionen Tonnen Hanffasern, die zu den
haltbarsten Naturfasern überhaupt zählen und als Armierung im Betonbau (Beton mit Hanf verstärkt weist die viermal höhere Stabilität auf als Beton mit Eisen verstärkt) oder für Dämmstoffplatten ebenso verwendet werden können wie für feine Textilien oder Jeans,
45 Millionen Tonnen Hanfschäben, das Stängelholz, das bei der Fasergewinnung abfällt und das als Brennmaterial beispielsweise in sogenannten Pelletheizsystemen, aber auch für Span- und Bauplatten und als Lieferant für Zellulose und Papier dienen kann,
6 Millionen Tonnen Hanfsamen, die 2 Millionen Tonnen Hanföl enthalten, das eines der wertvollsten und gesündesten Speiseöle überhaupt ist, und sowohl als Nahrungsmittel für Menschen und Tiere, als auch für zahlreiche technische Zwecke Verwendung findet: von der Kosmetika über Farben und Lacke bis hin zur Waschmittelherstellung.