11. Februar 2012  
  


Bad Vöslau
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 SCHNECKENRESERVAT BAD VÖSLAU


In Bad Vöslau befindet sich das Naturdenkmal "HANSYBACH". Dieses Schneckenreservat (das erste seiner Art überhaupt) soll 3 Wasserschneckenarten schützen, die nur im Vöslauer Thermalbad sowie in einem Teil des durch unseren Ort fließenden, Hansybach genannten Rinnsales, vorkommen. Es handelt sich dabei um Relikte aus dem Tertiär, die (außer in Bad Fischau) nirgends mehr vorkommen. Der Grund für ihr Auftreten ist die leicht erhöhte Temperatur des Wassers der Vöslauer Quelle. Wegen dieser doch weltweiten Besonderheit wurden die entsprechenden Areale zum Naturdenkmal erklärt. Diese Schneckenreservate sind die ersten und bisher einzigen derartigen Schutzgebiete der Erde und ständiges Ziel zahlreicher Malakologen (Weichtierforscher) aus aller Welt.

Bis in unmittelbare Vergangenheit stand der Beginn des Hansybaches als Wäscheschwemme in Verwendung. Durch die ganzjährig gleichbleibende Temperatur des Wassers (24° C) war es in der waschmaschinenlosen Ära ein beliebter Platz, um die Wäsche zu reinigen. Durch die relativ hohe Strömungsgeschwindigkeit (20l/sec) wurden die Schnecken durch die Waschmittel nicht geschädigt.

Heute befindet sich nahe des Stadtzentrums von Bad Vöslau ein kleines Informationshäuschen. Über Stufen gelangt man zur ehemaligen Schwemme und zu den Schnecken.



 Die Quellenschnecke
"Bythinella parreissii" 0,8 mm lang und 0,5 mm breit, kommt ausschließlich in diesen Quellen vor. Sie lebt im feinen Sand des Baches und kann auf Grund ihrer geringen Größe nur durch Sieben angesehen werden.

Die Thermal-Schwimmschnecke
"Theodoxus prevostianus", 5 mm lang und 7 mm, breit ist das zweite Relikt aus dem Tertiär (70 Millionen - 600.000 Jahre) , aus einer Zeit also, in der die Durchschnittstemperaturen wesentlich höher waren. Daher können diese Formen nur in den warmen Abflüssen von Thermen leben.

Die Kronenschnecke
"Fagotia acicularis audebartii" 15 mm hoch und 5 mm breit, ist ebenfalls eine Thermalschnecke, deren nächste Verwandte nur in den warmen Regionen der Erde leben.



 DIE KATHOLISCHEN KIRCHEN DER GROSSGEMEINDE BAD VOESLAU


In der Großgemeinde Bad Vöslau gibt es drei katholische Kirchen. Im kleinsten Ortsteil Großau steht die älteste, in Gainfarn das Gotteshaus mit der schönsten Innenausstattung und im größten Ortsteil Vöslau die Jüngste der drei Kirchen.

1870 wurde Bad Vöslau eine selbständige Pfarre. Damals wurde die Vöslauer Pfarrkirche eingeweiht. Der wuchtige Kirchenbau auf einer Anhöhe oberhalb des Ortszentrums ist ein Werk des Architekten Franz von Sitte. Der Baustil ist dem Übergang von der Romanik zur Gotik nachempfunden. An den Wänden des Langhauses fallen die Kreuzwegbilder auf, die von Schülern Josef von Führichs gemalt wurden, während das dreiteilige Hochaltarbild vom Meister selbst stammt. Es zeigt in der Mitte die heilige Maria Mutter Gottes zu ihren Füßen den heiligen Josef und den Namenspatron der Kirche, den heiligen Jakobus. Auf dem linken Seitenteil des Altarbildes ist der heilige Mauritius, auf dem rechten die heilige Flora dargestellt. Das Grafenpaar Moritz (Mauritius) und Flora von Fries waren die Hauptstifter der Kirche. Die Krypta unter dem Gotteshaus ist laut Stiftungsbrief den Mitgliedern der Familie Fries als Begräbnisstätte vorbehalten.




 Als 1312 Gainfarn eine eigene Pfarre unter dem Patronat des Stiftes Melk wurde, gab es dort bereits ein aus Holz errichtetes kleines Gotteshaus. Später wurde an derselben Stelle eine größere Kirche errichtet, bis schließlich, wieder am selben Platz 1744 die heutige Gainfarner Pfarrkirche mit barocker Innenausstattung entstand. Das Altarbild zeigt die Taufe Jesus durch den heiligen Johannes, dem Schutzpatron des Gotteshauses. Auffallend sind die vier fast lebensgroßen Holzfiguren beim Altar (heiliger Florian, heiliger Sebastian, heiliger Donatus und heiliger Leopold). An der Längsseite der dreischiffigen Halle sind einige Grabplatten an der Wand befestigt bzw. in den Boden eingemauert. Die älteste erinnert an Frau Helena Ficin, 1548.




 Als das Großauer Gotteshaus zum ersten Mal am 11.11.1369 urkundlich erwähnt wurde, bestand es bereits längere Zeit. Die Großauer Kirche ist bis heute eine "Filiale" der Pfarre Gainfarn. Ursprünglich war sie nur so groß wie der heutige Altarraum. Ende des 18. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie durch Zubauten erweitert und innen besser ausgestattet. Die einfach eingerichtete Kirche ist der heiligen Katharina geweiht, die auf dem Altarbild dargestellt wird. Aus Dankbarkeit, daß Großau 1713 von der furchtbaren Pestepidemie verschont blieb, wurden die Holzstatuen der beiden Pestschutzpatrone (heiliger Sebastian und heiliger Rochus) auf dem Altar aufgestellt.


 Wo Wein gedeiht, lebt man gesünder



Die Kur- und Weinstadt Bad Vöslau liegt im Weinbaugebiet "Thermenregion". An der Grenze zwischen pannonischem und illyrischem Klimagebiet befindet sich das mehr als zwei Jahrtausende alte Kulturland. Unsere Böden sind wie geschaffen für den Weinbau: Am Abhang des Harzberges entstanden durch Kalkverwitterung in der Ebene karge Schotterböden; dieser Untergrund ist Lebensgrundlage für unsere Rebsorten, die geringe Erträge von höchster Qualität erbringen.
Die Vöslauer Weingärten umfassen eine Fläche von rund 141 ha und geben für knapp über 100, hauptsächlich im Nebenberuf tätige, Hauerfamilien einen durchschnittlichen Jahresertrag von etwa einer Million Liter Wein, der zu rund 70% im Buschenschank und Flaschenweinverkauf vermarktet wird. Die übrigen 30% der Ernte werden als Trauben verkauft.



 Typische Weinsorten aus der Thermenregion

Rote Sorten
Blauer Portugieser: Er stammt aus Portugal, wurde 1770 nach Vöslau gebracht und von da an in Österreich "Vöslauer" genannt; Dieser Wein, Kennern als intensiv, dunkelrot, süffig, mild und bekömmlich mit zartem, fruchtigem Bukett bekannt, beinhaltet samtige Gerbstoffe und soll jung getrunken werden.
Zweigelt: Auf diesen Tropfen treffen folgende Prädikate zu: dunkelrubinrot mit violettem Schimmer - fruchtiges, würziges Bukett - vollmundig, gerbstoffreich und ansprechend.
St. Laurent: kräftiges Dunkelrot - feiner, fruchtiger Weichselduft - samtig, trocken und angenehmes Tannin, so läßt sich der St. Laurent charakterisieren.

Weiße Sorten
Grüner Veltliner: Dieser hellgelbe, würzige, pfeffrig duftender Wein ist leicht und frischfruchtig.
Neuburger: Gelbgoldener Schimmer - zartes Brot - Nußbukett - so beschreibt sich diese milde und vollmundige Rebsorte.
Weißburgunder: Sein Bittermandelaroma und der ausgewogene Säurespiegel sind typisch für den Weißburgunder.



 RAD FAHREN IN BAD VÖSLAU UND UMGEBUNG


Radfahren ist seit jeher eine der besten Methoden, eine Landschaft aktiv kennenzulernen. Ein guter Ausgangspunkt für einen Radausflug mit der ganzen Familie ist der Schloßplatz im Zentrum von Bad Vöslau. Von hier aus gelangen Sie rasch auf einen Radweg durch die Gainfarner Weingärten, die sich seit dem Austrocknen des tropischen Badener Meeres vor zirka 16 Millionen Jahren auf sanft abfallendem sandigen Meeresboden erstrecken, woher der Boden reich an fossilen Meeresmuscheln und -schnecken ist. (Schöne Exemplare dieser Fossilien finden sich im Stadtmuseum). Auf dem Drahtesel können Sie in dieser reizvollen Landschaft bis in unseren dritten Ortsteil Großau gelangen. Wenn Sie unserem schönen Radweg noch etwa fünf Kilometer folgen, gelangen Sie zur Ruine Merkenstein.

Für eine genaue Wegbeschreibung der ohnedies gut beschilderten Rad- und Wanderwege hält die Kurverwaltung für Sie nähere Informationen bereit.









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