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Arzler Singesler Lauf

Arzler Singesler Lauf

Ein Dorf lebt seinen Brauchtum - nun heißt es 4 Jahre warten (bis 2011) bis die Arzler wieder ihre Hexemuater au'wecken werden...

Singesler Lauf
Die Fasnacht in Arzl lässt sich bis an den Beginn des 20. Jh zurückverfolgen. Bereits in den Jahren 1909 bis 1912 wurden "wilde Fasnachten" durchgeführt. Dabei gingen in den Abendstunden Hexen, Karner + Bettler von Haus zu Haus. An bestimmten Plätzen wurden Tänze aufgeführt.
1913 wurde die erste Fasnacht mit 35 Beteiligten durchgeführt. Ein Hexen- und ein Karnerwagen wurde gebaut, ebenfalls gab es eine Labera. Roller + Scheller sind nicht mitgelaufen. Dafür gab es Männer, die an den Schultern und an einem auf dem Kopf getragenen Holzgestell "Singesen" befestigt hatten. Bei diesem Holzgestell handelt es sich um Nachahmungen eines Aufputzes, den Kühe beim Almabtrieb + bei Marktfahrten trugen.

1957 wurde der erste Verein gegründet und die Fasnacht organisiert durchgeführt.
Weitere Fasnachten fanden 1961 sowie 1965 statt. Anschließend gab es eine Unterbrechung bis zum Jahre 1981.

1981 nahm der Fasnachtsverein die Arbeit wieder auf, 1982 fand ein großes Auskehren statt. 1983, 1987, 1990, 1995, 1999 + 2003 wurden die Fasnachten durchgeführt. Leider sind viele der älteren Masken bei Bränden zur Jahrhundertwende vernichtetet worden. So brauchte es natürlich lange, bis wieder ein größerer Bestand an Masken zur Verfügung stand, und noch heute werden viele Masken geschnitzt und neue Gewänder genäht. Was natürlich ohne den Einsatz der Frauen des Dorfes, nicht möglich gewesen wäre.

Masken, Fasnachtswagen, Labera

Fasnacht - Singesler Lauf (Ablauf 2007)
17.02.07 ab 18 Uhr "Woge - schauga" im Dorfzentrum
18.02.07 ab 13 Uhr Singesler Lauf ab Oberdorf

Arzler Singesler Lauf
Hauptmasken der Arzler Fasnacht sind die "S i n g e s l e r". Die männl. Maske trägt hellklingende "Singesler-Glocken" um Bauch, Schulter + am Kopf. Er wird von einer anmutigen, weibl. Vortänzerin begleitet, die ein Blumensträußchen mit sich trägt - das Paar symbolisiert Winter + Frühling.

Die "B u r g s t a l l z u r f e r" (in Loden gekleidete Masken) stellen Holzfäller + -zieher dar. Sie ziehen auf einem Holzschlitten ein Holzbloch durch das Dorf; führen einen Holzstab mit sich, und laden damit das schaulustige Publikum zum "Zurfen" (ziehen) ein. Der Zurfer darf den Holzstab und damit auch den Kampf nicht verlieren.

Die O r d n u n g s m a s k e n, sie machen Platz für die Singeslerpaare, bestehen aus Sackner, Mohren- und Engelspritzer, sowie den Kübelmaijen.

Auch die B ä r e n g r u p p e, bestehend aus Bär und Bärentreiber ist zu bewundern, auch sie symbolisieren den Kampf zw Winter + Frühling.

Natürlich fehlen auch die H e x e n mit Hexenmuater + Hexenmusik nicht,
sowie die ebenfalls verkleidete Musikkapelle Arzl.

Die L a b e r a wird vom "Burgstallgeier" begleitet - er ist der Berichterstatter für die Labera, und überwacht das Dorfgeschehen im Segelflug - pickt mit viel Schadenfreude die lustigen Vorkommnisse heraus und die Labera singt dazu.

Zahlreiche Vereine sind Wochen damit beschäftigt die kunstvollen F a s n a c h t s w a g e n zu bauen.

"Hexemuater au`wecke"

Hexemuater au'wecke in der Hofstatt (Steinbruch)

Singesler Lauf Arzl
Seit 1999 neue Attraktion zum Fasnachtsbeginn beim "Hexemuater au`wecke"
Hexen, Hexenmusik, Singesler die Ordnungsmasken und Zuschauer ziehen am Abend vom Dorf zum alten Steinbruch am Sägewerk, wo nach alter Erzählung die Hexemuater begraben sein soll. Der Geschichte zufolge, die von alten Arzlern erzählt wird, soll es vor langer Zeit einmal ein altes Kräuterweiblein gegeben haben, das die Kunst des Heilens beherrschte und auch sonst nicht gerade verschlafen war. Plötzlich war das Weiblein verschwunden und einige Zeit später soll man sie wieder unterhalb des "Arzler Rappenlochs", oberhalb des Steinbruches, tot gefunden haben. Aus diesem Grund wird von nun an immer zum offiziellen Fasnachtsbeginn jene besagte Frau, die inzwischen zur "Arzler Hexamuatter" geworden ist, aufgeweckt.

Ablauf des "Hexamuatter au`wecke"
Zu schaurig und geheimnisvoll klingender Musik werden die Hexen am Feuer tanzen und auf die ihre Hexemuater warten. Auf einem Drahtseil hängend, wird diese auf einem übergroßen brennenden Besen von den wildromantischen beleuchteten Felsen des Steinbruches "herabreiten". Unten angekommen, wird die "Muater" von den Hexen und den zahlreichen Zuschauern bei diesem wilden Specktakel begrüßt, und die Arzler können nun vollzählig in die Fasnacht gehen.
Der Fasnachtauftakt wird dann bei geselligem Ausschank und flotter Unterhaltung bis tief in die Nacht gefeiert.
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