Alle 4 Jahre findet im kleinen Örtchen Wald die traditionelle Walder Fasnacht statt. Bei der Fasnachtsversammlung am Stefanitag stellt der Obmann die entscheidende Frage: "Gia miar in d´Fasnacht?"; diese wird mit einem lautstraken "JA" beantwortet.
Ablauf bei der Fasnacht 2007:
Über 100 Walder jeden Alters waren zur Versammlung im Veranstaltungsraum der Volksschule erschienen und erweckten nach der prachtvollen Fasnacht 2003 wieder das ominöse Fasnachtsfieber. Seither wird nun schon an den Fasnachtswägen gebaut und die ersten Proben haben auch schon begonnen.
Gerade heuer, mit einer relativ kurzen Vorbereitungszeit, gilt es, den ganzen Einsatz zu bündeln, so der Tenor im Ort. Und das haben sich die Walder zu Herzen genommen. Im ganzen Dorf wird geschraubt, gestrichen, geschnitzt und genäht.
Offizieller Beginn der Fasnacht wir der 12. Jänner um 19 Uhr 30 sein, an dem Tag findet nämlich der Fasnachtsauftakt in Wald statt.
Alle Freunde, Kenner und Interessierten der Walder Fasnacht dürfen gespannt sein, was sich das kleine, knapp 600 Einwohner zählende Dorf, für heuer einfallen hat lassen.
Unter den Fasnachtskennern gehört die "Walder Fasnacht" ja mit zu den schönsten und ältesten Fasnachten im Tiroler Oberland. Mehr Infos und Bilder
Der Umzug
Mit dem Mittagsläuten der Kirchenglocken beginnt das Treiben und muss - dem Brauch zufolge - mit dem Betläuten um 18 Uhr sein Ende finden.
Angeführt wird der Zug durch das Dorf von der Musikkapelle Wald, welche in lustiger Kleidung, einen eigens für die Walder Fasnacht komponierten Marsch spielt. Gefolgt von den verschiedenen Masken und vor allem den Schallner- und Rollerpaaren, sowie der Hexengruppe mit Hexenmusik. Beide sind Mittelpunkt des Fasnachttreibens.
Einen weiteren Höhepunkt bilden die aus Hexen- und Karnerwagen entstandenen großen und liebevoll geschmücktgen Fasnachtswagen und deren Mannschaften. Sie sorgen nicht nur für Unterhaltung, sondern haben auch eine deftige Überraschung für die Zuschauer bereit. Viele Lustige und Schildbürgerartige Vorfälle der letzten Jahre werden von der Labara-Gruppe mit der "Ratschkattl" in ironischer Art und Weise in WORT + LIED dargebracht. Das "Einführen" des Zusehers durch die Maskenträger bedeutet für diesen nicht nur besondere Ehre und Auszeichnung, sondern soll ihm auch Gesundheit für die kommenden Jahre garantieren. Dabei ist jeder gerne bereit, einen kleinen Obolus zu entrichten.
Geschichte der Walder Fasnacht und deren Masken
In der Walder Fasnacht wurzelt uraltes Brauchtum - der Kampf des Winters in den Masken der Schallner-gegen den Frühling, dargestellt von den Rollnern
sowie das Austreiben der Dämonen, symbolisiert durch die Hexen. Die Kübelemajen bringen durch das Samenausstreuen "Fruchtbarkeit". In späterer Zeit wurde der Zug durch die festlichen Aufmärsche von Königen und Herrschern beeinflusst. So finden sich in der Walder Fasnacht Mohren ("Spritzer"), Jungfrauen ("Engelspritzer"), Gelehrte ("Altfrank"), Schausteller, Kraftlaggl ("Sackner") und Hofnarren ("Bajazzo") sowie Bärenbande, welche für Aufmerksamkeit, Platz und Ordnung sorgen.
Bei ca. 580 Einwohnern und 250 aktiven Mitgliedern (dh es beteiligen sich von jedem Haus und von jeder Familie die männlichen Mitglieder zwischen 5 und 75 Jahren) ist es einmalig und nur in Wald möglich, eine solche große Veranstaltung traditionsbewußt und mit den Zeichen der heutigen Zeit vesehen, durchzuführen.
Nähere Infos zu den einzelnen Masken finden Sie auf www.fasnacht-wald.at