Seit dem Mittelalter sind Passionsspiele ein wesentliches Merkmal der Tiroler Kulturlandschaft. Sie entstanden vielfach aufgrund von Gelöbnissen in von Kriegen und anderen Katastrophen heimgesuchten Zeiten.
Erl hatte als "Dorf an der Grenze" in seiner Geschichte immer wieder unter der Kriegsfurie hart zu leiden. Die Wurzeln der Erler Passion gehen auf ein Osterspiel des Meistersingers Sebastian Wild aus Augsburg zurück, wie der älteste Spieltext aus dem Jahr 1613 belegt. Seit dieser Zeit verkünden hier Passionsspiele die christliche Botschaft des Friedens.
Zum 400 – jährigen Jubiläum konnte der Tiroler Schriftsteller Felix Mitterer gewonnen werden. Er bezeichnet diese Aufgabe als „Höhepunkt seiner schriftstellerischen Laufbahn.“ Er habe Ehrfurcht davor, sich mit der „größten Geschichte aller Zeiten“ zu befassen. Er werde versuchen „ diesem Menschen Jesus Christus näher zu treten und ihn näher zu bringen, einen ungewohnten, unkonventionellen Blick auf Jesus, auf die Frauen und Männer an seiner Seite und auch auf seine Gegner zu werfen“ , so Mitterer.
Für die Inszenierung wird der Tiroler Regisseur Markus Plattner verantwortlich sein. Mit so vielen Darstellern zu arbeiten stellt einerseits eine große Herausforderung dar, andererseits können damit „unheimlich tolle Bilder erzeugt werden“. Trotz der Größe der Geschichte wolle er, so Plattner versuchen, die intimen Momente zu zeigen: „So, dass die Figuren nachvollziehbar werden“
Wie zuletzt im Jahr 2008 sind im Team Wolfram Wagner (Musik) , Annelie Büchner (Bühnenbild ) und Lenka Radecky (Kostüme).