in einem nicht mehr genutzten Trakt der Bandfabrik Mathias Wagner und am 27. November 1988 eröffnet.
Um 1720 wurden unter der Herrschaft des Grafen Johann Christoph Ferdinand von Mallenthein in Groß Siegharts 180 "Fabrics-Häusl" gebaut. Darin wohnten und arbeiteten 6-10 Personen. An Hausrat besaßen die Weber neben dem Arbeitsgerät (1-2 "Bandlstürl" und Spulräder) - oft nur das Allernötigste.
Verkauft wurden die fertigen Bandlwaren von den "Bandltragern" in der Umgebung und den Ländern der Donaumonarchie. Diesen Händlern verdankt die Region den Namen "Bandlkramerlandl".
Die rekonstruierte Dampfkesselanlage
war bis 1977 in der Bandfabrik Wagner & Söhne in Betrieb. Der Arbeitstag für den Heizer begann um 3 Uhr früh.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahunderts entstanden in Groß Siegharts 6 Textilfabriken die mit Dampfkraft betrieben wurden: Adensamer, Wagner, Hetzer/Silberbauer, Wolff, Zuleger und Fenzl.
Um 1900 arbeiteten in den örtlichen Bandwebereien mehrere hundert Personen. Der durchschnittliche Wochenlohn betrug 3,50 Gulden bei einer tägl. Arbeitszeit von 14-16 Stunden. Die durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten lagen damals bei 4 Gulden.
Die Zeiten ändern sich ...
Kurz nach der Eröffnung des Museums ist 1989 der "Eiserne Vorhang" gefallen und die Grenzen zu den Nachbarn im Osten sind durchlässig geworden.
Zahlreiche Textilbetriebe haben in der Folge ihre Produktionen in das Ausland verlegt. Die ehemalige Testilstadt Groß Siegharts kann nur mehr auf wenige Textilarbeitsplätze verweisen. Die hiesige Textilfachschule wurde 1997 in ein "Technologie- und Bildungszentrum (TBZ), das dazugehörige Internat in eine "Ferienpension" umgewandelt. Auf den Werten der textilen Vergangenheit aufbauend, werden erste erfolgversprechende Schritte im Tourismus unternommen.