Die Geburtsstunde der Schokoladenherstellung geht auf einen königlichen Erlass von 1678 zurück.
Sechzig Jahre später konnte die Schokolade, die einst den Adelsleuten vorbehalten war, auch vom einfachen Volk genossen werden, und ein neuer Wirtschaftszweig war erschaffen. All dies geschah auf Anweisung von Maria Giovanna Battista von Savoyen. Innerhalb kurzer Zeit gab es dutzende Schokoladengeschäfte, und Ende des 18. Jh. wurden in Turin täglich 350 kg Schokolade hergestellt und nach Deutschland, Frankreich, Österreich und in die Schweiz exportiert. Turin entwickelte sich zu einer Hauptstadt der Schokoladeerzeugung und die Turiner waren die ersten in Europa, die sich der Herstellung von Schokolade verschrieben hatten. 1802 gelang die Umwandlung von flüssiger Schokolade in kleine, feste und haltbare Schokoladetafeln. Der Mangel an Kakaobohnen, der u.a. durch die napoleonische Blockade bedingt war, führte zu einer weiteren genialen Erfindung: zur Vermischung geringer Mengen an Kakao mit billigeren Haselnüssen aus der Gegend der Langhe. Dadurch erhielten sie eine schmackhafte Mischung, die 1865 zum Hauptbestandteil jener Süßwaren wurde, die von Michele Prochet kreiert und von Caffarel-Prochet auf den Markt gebracht wurden. Somit waren die Nusspralinen entstanden, die in goldenes Stanniolpapier verpackt waren und 1867 zur Karnevalszeit mit dem Namen "Gianduiotti" versehen wurden.
Schokoladespezialitäten
Abgesehen von den bekannten "Gianduiotti", gibt es in Turin zahlreiche andere Schokoladespezialitäten.
Schokolade in allen Variationen: Pralinen, Creme, Kuchen, heiße Getränke, Eis sowie leckere Kombinationen auf Schokoladebasis. Können Sie dieser Versuchung widerstehen? Sie können gar nicht anders, als die verschiedenen Produkte zu probieren. Neben den bekannten "Gianduiotti" gibt es die Haselnuss-Mandelcremewürfel, die sog. "Cremini Fiat", die zur Markteinführung des Fiat Tipo 4 kreiert wurden. Heute bestehen die Würfel aus zwei Schichten Nussschokolade, die von Schokoladen-Mandelcreme, Zitronen- oder Kaffeecreme und Zitronenextrakt aus Sizilien durchzogen werden. Weiters gibt es die sog. "Alpini", die 1922 von Peyrano kreiert wurden, mit einer Likörcreme gefüllt sind und in einem kleinen silbrigen Behälter verpackt werden. Dann gibt es die klassischen Eispralinen: Eis aus Nussschokolade und das "Pinguino", das Eis am Stiel mit Schokoladenüberzug, das 1935 von Domenico Pepino kreiert wurde - einem neapolitanischen Konditor und Eishersteller, der sich Ende des 19. Jh. in Turin niedergelassen hat. Bei einem Besuch in Turin sollte man auf jeden Fall das typische Getränk "Bicerin" probieren. Diese Mischung aus Schokolade, Kaffee und Milchcreme wurde sogar von Dumas gerühmt.
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